Brief an die Fraktionen im Deutschen Bundestag zum Bericht der Global Commission on Drug Policy

vom 21.07.2011

Der Schildower Kreis hat den fĂŒnf Fraktionen im Bundestag einen Brief geschrieben und sie gebeten, uns ihre Position zum Bericht der Global Commission on Drug Policy mitzuteilen. Die Antworten werden wir, sobald sie eingetroffen sind, veröffentlichen und kommentieren.

Bericht der Global Commission on Drug Policy

Sehr geehrter xy!

Anfang Juni ĂŒberreichte die Global Commission on Drug Policy dem UNO-GeneralsekretĂ€r Ban Ki-Moon 500.000 Unterschriften einer weltweiten Petition, die ein Ende des Drogenkriegs fordert. Unter den Mitgliedern der Global Commission on Drug Policy finden sich die ehemaligen PrĂ€sidenten Ernesto Zedillo (Mexiko), CĂ©sar Gaviria (Kolumbien) und Fernando Henrique Cardoso (Brasilien), der amtierende griechische MinisterprĂ€sident George Papandreou, Javier Solana (ehemaliger GeneralsekretĂ€r des Rates der EuropĂ€ischen Union), Kofi Annan (ehemaliger GeneralsekretĂ€r der Vereinten Nationen) und die ehemalige Bundesdrogenbeauftragte Marion Caspers-Merk.

In ihrem Bericht kommt die Kommission zu der Erkenntnis, dass der globale Krieg gegen die Drogen gescheitert ist und fordert die Politik zu einem Umdenken auf. Ihre Forderungen lauten:

Beendigung der Kriminalisierung, Ausgrenzung und Stigmatisierung der Konsumenten illegalisierter Drogen

Modellversuche zur Regulierung des Drogenmarktes mit dem Ziel, die Organisierte KriminalitĂ€t zu schwĂ€chen sowie die Sicherheit und Gesundheit der BĂŒrger zu fördern

Sicherstellung vielfĂ€ltiger Hilfen und Behandlungsoptionen fĂŒr alle, die sie benötigen

Achtung der Menschenrechte in der Drogenpolitik sowohl fĂŒr Konsumenten als auch fĂŒr Drogenbauern und KleinhĂ€ndler

Abkehr vom Abstinenzdogma in der PrÀvention

Fokussierung der Strafverfolgung auf die gewalttÀtige Organisierte KriminalitÀt mit dem Ziel, die Gewalt einzudÀmmen

Reform der globalen Drogenpolitik, weg von der Verbotsideologie hin zu einer Politik, die auf Wissenschaft und Menschenrechten fußt und die eine Evaluation ihrer selbst zulĂ€sst

Was halten Sie und Ihre Fraktion von den VorschlÀgen der Global Commission on Drug Policy, insbesondere in Bezug auf die Beendigung der Kriminalisierung der Konsumenten und Modellversuche zur Regulierung des Drogenmarktes?

Welche Forderungen ergeben sich daraus fĂŒr Ihre Fraktion fĂŒr die Drogenpolitik in Deutschland?

Welche Forderungen ergeben sich fĂŒr die Position Deutschlands in der internationalen Drogenpolitik?

Wir als Schildower Kreis kommen in unserem Manifest: „Drogenprohibition: GESCHEITERT, SCHÄDLICH und TEUER“ zu Ă€hnlichen Forderungen. Mit der Drogenprohibition gibt der Staat seine Kontrolle ĂŒber VerfĂŒgbarkeit und Reinheit von Drogen auf. Die Prohibition ist gescheitert und schĂ€dlich fĂŒr die Gesellschaft. Der Staat darf die BĂŒrger durch die Drogenpolitik nicht schĂ€digen. Es ist deshalb notwendig, Schaden und Nutzen der Drogenpolitik ideologiefrei wissenschaftlich zu ĂŒberprĂŒfen. Das kann nach unserer Auffassung nur dazu fĂŒhren, die Drogenprohibition aufzugeben und legale Bezugswege zu schaffen.

Der Schildower Kreis ist ein Netzwerk von Experten aus Wissenschaft und Praxis. Wir wollen auf die schÀdlichen Folgen der Drogenprohibition aufmerksam machen und legale Alternativen zur repressiven Drogenpolitik aufzeigen.

Über eine Antwort von Ihnen wĂŒrden wir uns sehr freuen. Wir wĂŒrden diese, falls sie keine EinwĂ€nde haben, auf unserer Homepage dokumentieren.

mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Maximilian Plenert, GeschĂ€ftsfĂŒhrer

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